Montag, 8. Dezember 2008

Kolumbien Reise

Im November war es nun soweit. Meine Eltern besuchten mich in Kolumbien, um hier ihren Jahresurlaub zu verbringen. Es folgt ein kurzer Reisebericht.

Erste Station war Bogota, hier war auch Vanessa mit dabei. Nach der Landung konnten auf der Taxifahrt bereits die ersten Eindrücke des kolumbianischen Verkehrs kennengelernt werden. Am selben Abend, nach einen langen Flug, führte uns ein kurzer Spaziergang durch meinen Stadtteil noch zum Abendessen in ein Restaurant der Kette 'Crepes y Waffles'.
Nach einer kurzen Nacht (Jetlag) besuchten wir den botanischen Garten, eine Insel in der Großstadt, mit anschließendem Mittagessen im 'Sopas y Postres'. Bevor wir uns dann das neu eröffnete Smaragd Museum ansahen, wurde noch ein Berg von exotischen Früchten zum Kennenlernen gekauft (einen Großteil davon kennt man in Deutschland sicher auch, wenngleich in einer anderen Qualität). Das Smaragd Museum war dann das Highlight des Tages. Aus 'La Candelaria', der Name des Stadtteils, fuhren wir dann mit dem Transmilenio zum Abendessen ins Restaurant 'Cordoba'.
Auch die zweite Nacht war nicht die längste. Am darauffolgenden Morgen besuchten wir den historischen Stadtteil 'Usaquen'. Usaquen war früher eine eigenständige Siedlung, welche durch das stetige Wachsen Bogotas einfach einverleibt wurde. Hier wurde auch gleich im 'Tinaja y Tizon' gespeist. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder in La Candelaria, diesmal ging es ins hochgeprießene Gold Museum. Das dritte und letzte Museum war das Tequila Museum, welches wir für den Abend reserviert hatten. Am letzten Tag vor der Reise durch Kolumbien sahen wir uns noch mein Büro an. Und selbstverständlich durfte auch der Blick vom Montserrate auf die Stadt nicht fehlen. Abends hieß es dann: "Packen für die nächsten 2 Wochen."

Freitag morgens startete der Flieger (typisch kolumbianisch etwas unpünktlich) in Richtung Medellin. Von da aus sollte es nach Nuqui, an die Pazifikküste, weitergehen. Bereits über dem Rollfeld in Nuqui starteten wir aber durch und kehrten um, da zum Landen zu schlechtes Wetter vorherrschte. Nach einer Übernachtung in Medellin, der Geburtsstadt Boteros, fuhren wir am darauffolgenden Morgen nach Santa Fe de Antioquia. In diesem kolonialen Städtchen waren wir in einem sehr angenehmen Hotel untergebracht und konnten hier bei Spaziergängen das kolumbianische Leben in einer Kleinstadt zum ersten Mal aus der Nähe sehen. Die Hängebrücke 'Puente de Occidente' spannt sich über den Rio Cauco und wurde von uns gleich nach der Ankunft in Santa Fe de Antioquia besucht. Hier gab es auch den ersten frisch gepressten Saft aus Zuckerrohr.

Aus dem Department Antioquia fuhren wir in die sogenannte Kaffeezone. Hier wird der meiste Kaffee Kolumbiens angebaut. Von Sonntag bis Mittwoch entspannten wir in einer Finca mit eigenem Kaffee Anbau. Von dieser Finca starteten auch unsere täglichen Ausflüge. Guadua ist der 'kolumbianische Bambus'. Dessen Anbau und Verwendung sahen wir uns am ersten Morgen an. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen ging es dann im Jeep durch teilweise recht unwegsames Gelände in zwei nahegelegene Dörfer. Nachdem uns die Gastgeber ihre gesamte Finca zeigten, erfuhren wir dann am Folgetag am eigenen Leib, was es heißt im Kaffeeanbau tätig zu sein. Den Abschluss in der Kaffeezone bildete ein Ausflug in den Botanischen Garten (hier konnte man Chigüiros in freier Wildbahn beobachten) und ins anliegende Schmetterlingshaus. Mittwoch brachen wir auf und fuhren über den Andenpass 'La Linea' in Richtung San Augustin. Manch einer sagt scherzhaft 'La Linea' wurde aufgrund der nie enden Autoschlange entlang der Straße benannt. Erster Stop auf dem Weg war Neiva, die Hauptstadt des Departments Huila. Von hier fuhren wir in die Tatacoa Wüste. Allein diese schnelllebige Wüste in Mitten Kolumbiens war die lange Fahrt, aus der Kaffeezone bis hierher, auf jeden Fall wert. Bevor es zu Bett ging dinierten wir nach einem Thermalbad bei einem ansässigen Spanier.

Am nächsten Morgen fuhren wir entlang des Rio Magdalena, dem größten Strom Kolumbiens, nach San Augustin. Angekommen ließen wir uns vom einheimischen Reiseleiter durch die Ortschaft führen. Einen sehr beeindruckenden Ausflug hatten wir dann am Tag nach unserer Ankunft. Wir fuhren in den 'Parque Arqueológico'. Die Kulturen, welche die dort befindlichen Grabstätten angelegt haben, sind noch heute relativ unbekannt. Umso beeindruckender ist die Tatsache, wie man zu damaliger Zeit eine solche Leistung verbringen konnte. Ein zweiter Trip in San Augustin führte uns nahe an die Quelle des Rio Magdalena. Von einem sehr verstecktem Aussichtspunkt hatten wir einen hervorragenden Blick auf das Flusstal und die seitlich in den Fluss stürzenden Wasserfälle.

Abschluss der Rundreise war die Karibik. Hier landeten wir in Cartagena, der wohl schönsten Stadt der Karibik. Kaum gelandet schwammen wir auch schon im Wasser. Später, nach einer Führung durch die wunderschöne Altstadt beendeten wir den Tag mit einem Rundgang auf der Stadtmauer. Von hier hörte man die typische Musik von der Stadtseite und das Rauschen des warmen Wassers auf der Meeresseite. Die Rosario Inseln waren dann Ziel des zweiten Tages. Ein Schnellboot brachte uns in knapp 40 Minuten auf eine der 28 kleinen Inseln. Hier verbrachten wir den Tag. Highlight war eindeutig das Korallenschnorcheln. Leider konnten wir diese Unterwassereindrücke nicht auf Fotos festhalten. Eine atemberaubende Landschaft bot sich nur wenige Meter unter der Meeresoberfläche. In einer kleinen Gruppe tauchten wir knapp eine Stunde um eine Insel herum. Am Nachmittag besuchten wir abschließend einen Unterwasserzoo mit einigen Shows. Etwas geschafft nach diesem Ganztagsausflug bereiteten wir uns im Café del Mar auf den folgenden Tag vor. Es sollte Nach Taganga, einem Fischerdorf in der Nähe von Santa Marta, gehen.

Der letzte Tag der Reise: Taganga. Anders als Cartagena leben hier noch viele Menschen allein vom Fischfang. Der Tourismus ist noch lang nicht so ausgeprägt wie in anderen Küstenstädten. Auch hier ging es gleich nach der Ankunft ins Wasser. Diesmal war auch Vanessa mit dabei. Zu viert haben wir uns dann das Städtchen angesehen und waren abends am Meer etwas trinken. Ein leichter Nieselregen begleitete uns am zweiten Tag auf dem Weg in den 'Parque Tayrona'. Dieser zieht sich entlang entlang des karibischen Meeres und bietet so fast alles, was man sich von einem Erholungsurlaub erhofft: Natur pur, eine beeindruckende Küstenlinie mit einem noch eindrucksvollerem Meer, viele freilaufende Tierarten, abgelegene Häuschen zum übernachten, absolut menschenleere Strände, ... damit verweise ich auf die Bilder.

Damit war der Urlaub fast beendet. Nun flogen wir zu viert zurück nach Bogota und genossen die letzten zwei Tage zusammen, bis es dann für meine Eltern wieder nach Hause ging.