Samstag, 22. August 2009

Amazonas

Die Heimkehr nach Deutschland rückt immer näher. Nach einer längeren Pause im Blog möchte ich daher von unserer vermutlich letzten Reise durch Kolumbien berichten. Es verschlug uns in den denkbar abenteuerlichsten Teil des Landes. Im Dreiländereck (Kolumbien, Brasilien, Peru) landeten wir in Leticia, der Hauptstadt des Departements Amazonas. Von Leticia aus fuhren wir in eine Indigenas Siedlung, die uns die folgenden fünf Tage ein Dach überm Kopf war. Von hier aus starteten wir unsere täglichen Ausflüge.

Tag 1: Ankunft. Nachdem wir uns erfrischt hatten (Durschnittstemperatur: 28°C, Luftfeuchtigkeit: 300%), besuchten wir eine Schlangenfarm. Anschließend machten wir einen ausgiebigen Spaziergang zurück zur Indigenas Siedlung.

Tag 2: Am frühen Morgen machten wir uns auf in den Urwald. Unsere Führer: 4 Indegenas Kinder (Altersspanne: 2 - 9 Jahre). Geplant waren 1.5 Stunden. Für diese Zeit hatten wir auch Wasser mitgenommen. Da wir uns aber verlaufen hatten und absolut nicht weiter wussten, dauerte die "Wanderung" 4 Stunden. Glücklicherweise funktionierte ein Mobiltelefon, mit dem wir unsere Position anhand eines Wasserlaufs beschreiben konnten. Das größte Problem bei der Orientierung im Dschungel ist die Sichtweite (5 - 10 Meter) und die Tatsache, dass ein und der selbe Ort aus unterschiedlichen Positionen total unterschiedlich aussieht und nicht wieder zuerkennen ist. Das macht es unmöglich auch nur die Richtung zu halten. Im Nachhinein wurde uns gesagt, dass man kleine Zweige von Bäumen so abknicken kann, dass sie noch am Ast hängen bleiben. Die Bruchstelle zeigt dabei in die Richtung, aus der man gekommen ist. Das soll der Orientierung helfen. Nachdem wir endlich gefunden wurden, gab es äußerst schmackhaften Fisch. Danach gingen wir angeln.

Tag 3: Am Samstag fuhren wir mit dem Besitzer unseres Hostels auf den Amazonas. Unsere Tagesziele: Viele Fische angeln, rosa Delfine sehen, Victoria Regia sehen. Alle Ziele wurden erreicht. Zudem haben wir in Peru zu Mittag gegessen. Es gab Ceviche. Nach dem Mittagessen waren wir tatsächlich im Amazonas schwimmen (10 Minuten). Dann fielen mir die Krokodile und Schlangen ein, die uns auf der Hinfahrt zum Amazonas erklärt wurden. Nebenbei sahen wir Affen und allerlei bunte Vögel.

Tag 4: Der komplette Vormittag wurde geangelt. Es macht schon Spaß wenn die Fische im Sekundentakt beißen. Der Amazonas hat an manchen Stellen mehr Fische als Wasser. Mittag fuhren wir nach Brasilien zum Essen und Abends zum Tanzen. Wer schon einmal brasilianische Frauen tanzen gesehen hat, weiß, weshalb ich das hier erwähne.

Tag 5: Abreise. Der letzte Tag wurde entspannt. Nach einem letzten Mittagessen (nochmal Ceviche) ging es am frühen Nachmittag zum Flughafen und dann in Richtung Bogotá.

Alles zusammen war es ein unglaubliches Erlebnis in der Lunge der Erde gewesen zu sein. Ich weiß nicht ob es an der Jahreszeit lag. Wir haben wesentlich mehr Mücken erwartet.

der Reisetip:
  • Wenn man sich im Regenwald verläuft, sollte man versuchen vor der Dämmerung herauszufinden. Die meisten Tiere sind dort nachtaktiv.

Samstag, 28. März 2009

Paloquemao

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wir starteten heute gegen 5:00 Uhr in den Tag um einen Arbeitskollegen auf seiner wöchentlichen Einkaufstour auf dem größten Markt (Paloquemao) in Bogotá zu begleiten. Er und seine Frau sind Blumenhändler im kleinen Stil und kaufen hier jeden Samstag für ihre Kunden die Ware. Die Blumen, eines der größten Exportgüter Kolumbiens, werden nur am Vormittag verkauft. Die Schnittblumen würden den Mittag auch nicht überleben. Daher heißt es: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Mein Kollege war mit der Preislage an diesem Samstag etwas unzufrieden. Vanessa und ich kauften 10 Gerberas für umgerechnet 1 €, 5 Export - Lilien für umgerechnet 3 € und 10 Chrysanthemen für nochmals 1 €.

Neben Blumen findet man hier auch alle Sorten und Mengen an Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Interessant war es, die Lagerung und Ausstellung der Vielfalt an Nahrungsmitteln zu sehen. An nahezu jedem Stand war es möglich die Ware direkt zu kosten und zu kaufen, was wir auch nicht verpassten.

Kurz vor 9 gab es dann noch ein gemeinsames, typisches Frühstück mit Tamal. Gleichnamig zu diesem Post gibt es auch wieder ein Photoalbum.

der Reisetip:
  • beim Kauf von Blumen sollte man aufpassen, dass sie nicht mit gefärbtem Wasser aufgepeppt wurden.
  • (generell) wer seine gewaschene Wäsche auf den Stacheldraht zum trocknen hängt, spart die Wäscheklammern (nicht nur einmal gesehen!)

Dienstag, 24. Februar 2009

Impressionen

Zwei kurze Videos mit der Antwort zur Frage: Was ist Kolumbien (noch)?



Montag, 9. Februar 2009

Guatavita

Den ersten kleinen, ärgerlichen Sonnenbrand diesen Jahres holten wir uns vergangenen Sonntag in Guatavita. 1,5 Busstunden von Bogotá entfernt liegt die Lagune, welche Ursprungspunkt der Sage von El Dorado ist. Dieser kleine See (siehe Link) liegt direkt hinter der idyllischen Stadt Guatavita. Ein etwas größerer, von Menschenhand angelegter, Stausee befindet sich dagegen direkt am Fuße der Stadt. Neben allen Vor - und Nachteilen eines Staubeckens ging hierbei auch eine kleine Stadt verloren, welche nun nur noch von Tauchern besucht werden kann. Sie ist von Netzen umringt, um sie bestmöglich von Unterwasserpflanzen zu schützen. Von einem Boot aus sahen wir leider nur die Netze, keine Stadt.

Fotos, wie immer, im gleichnamigen Album.

der Reisetip:
  • wenn man den Sternen 2600m näher ist, bekommt man schneller Sonnenbrand (auch Kolumbianer :)

Samstag, 3. Januar 2009

Silvester

Zwischen Weihnachten und Neujahr suchten wir etwas Ruhe in der Nähe von Armenia. Hier in der Kaffeezone war ich bereits mit meinen Eltern. Allerdings gibt es hier so viel zu sehen und zu erleben, dass wir uns entschlossen haben, ein weiteres mal diese Gegend zu besuchen.
Am ersten Tag entspannten wir nach einer langen Busfahrt in unserer Finca. Diesen Ruhetag haben wir wirklich gebraucht, denn am nächsten Tag ging es vier Stunden per Pferd bei leichtem Regen durch den 'Nebelwald' in der Nähe von Salento. Die Pferde brachten uns auf eine Höhe von über 1800 m. Salento liegt im Osten der Zentralanden. Bilder zu dieser und zu anderen atemberaubenden Touren findet man wie immer im Fotoalbum. Der dritte Tag brachte uns erneut viel Wasser. Diesmal von unten und von oben. Wir fuhren auf einem Floß ca. 20 km auf dem Rio La Vieja. Auf halber Strecke machten wir Rast, aßen zu Mittag und besuchten einen Wasserfall. Nach diesen zwei Tourtagen fuhren wir nach Pereira. Ich bin mir sicher, dass diese Stadt sehr viel mehr zu bieten hat als nur Frauen, an denen man lieber nicht die Schönheitsoperationen zählt. Leider blieb uns nur ein Tag für Pereira. Der Kaffee Park war dann das Ziel des letzten großen Ausflugs. Am fünften Tag fuhren wir also in den größten touristischen Erlebnispark in der Kaffeezone. Der 31.12. wurde dann in einer kleinen Runde gemütlich in der Finca gefeiert. Entfernt sah man über Armenia ein paar vereinzelte Raketen. Feuerwerk steht hier nicht an erster Stelle.

der Reisetip:
  • Bei Floßfahrten kann man bedenkenlos ins Wasser springen, in den Stromschnellen macht es besonders Spaß

Weihnachten

... haben wir (am 24.12.) im kleinen Kreis bei Vanessa mit einigen Verwandten gefeiert. Als Festtagsbraten gab es bereits am Abend zuvor Chigüiro. Hier mal die vier größten Unterschiede zu unserem Weihnachtsfest.
  • es gibt keine mit Schokolade gefüllten Weihnachtskalender
  • 'Novenas' sind die letzten neun Tage vor Heiligabend. Hier trifft man Freunde und Familie und liest 'Gebete' am Abend.
  • es gibt keine echten Weihnachtsbäume
  • Bogotá ist hell beleuchtet zur Weihnachtszeit. Hier wird allein in dieser Zeit der Strom für die Stadt für ein ganzes Jahr verbrannt.
Damit verweise ich noch auf das zugehörige Fotoalbum.

der Reisetip:
  • Wer in Bogotá viel erleben möchte, kommt lieber zu einer anderen Zeit. Weihnachten reist der Städter zu seiner Familie aufs Land

Kolumbien Reise Plus

Allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Nachträglich möchte ich noch auf das zugehörige Fotoalbum hinweisen, welches nach der Kolumbien Reise dem Blog hinzugefügt wurde.

der Reisetip:
  • vielen Dank an die das örtliche Reisebüro Neptuno, welches diesen Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns gemacht hat.