Ich lief also über einen mit roten Steinen gepflasterten Platz. Es regnete leicht. Um diese Zeit ist in der Regel nicht viel Betrieb auf den Straßen. Mit den Gedanken schon beim Mittagessen, es sollte Ajiaco geben, senkte ich kurz meinen Kopf, als meine Beine für eine Sekunde butterweich wurden. In diesem Augenblick konnte ich meine Laufrichtung nicht mehr beeinflussen. Die Fugen zwischen den Steinen am Boden waren total verschwommen. Ich hatte keine Ahnung was hier geschah. Dieses weiche aber verdammt mächtige Gefühl durchdrang den ganzen Körper. Wie benommen blickte ich auf und stand plötzlich in einer anderen Richtung. Ich sah alle Leute aus ihren Häusern laufen. Soviel Menschen sieht man sonst nur wochentags zur Hauptverkehrszeit. Als ich das Restaurant betrat, wackelten noch die Lampen.
Anschließend beim Essen habe ich mich dann mit ein paar Leuten über das Geschehene unterhalten. Währenddessen liefen Berichte über das Ausmaß des Bebens in den Nachrichten (5,5 auf der Richterskala). Unter anderem wurden beschädigte Gebäude aufgezeigt. Nun war ich etwas weiter von meiner Wohnung entfernt und wusste nicht, wie es in meinem Stadtteil aussah. Zudem habe ich am Morgen erst mein Sofa bekommen! Auf dem Weg nach Hause waren wir noch einkaufen und sahen, wie die Verkäufer die Lebensmittel zwischen den Regalen aufwischten. Zu Hause angekommen haben zwar alle das Beben gespürt, aber mein Haus hat keine Risse und die Gläser standen auch noch im Schrank...
Das Foto meines Sofas als Beweis, dass meine Wohnung noch steht.
der Reisetip:
- mit Erdbeben rechnen
- San Cipriano

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