Montag, 8. Dezember 2008

Kolumbien Reise

Im November war es nun soweit. Meine Eltern besuchten mich in Kolumbien, um hier ihren Jahresurlaub zu verbringen. Es folgt ein kurzer Reisebericht.

Erste Station war Bogota, hier war auch Vanessa mit dabei. Nach der Landung konnten auf der Taxifahrt bereits die ersten Eindrücke des kolumbianischen Verkehrs kennengelernt werden. Am selben Abend, nach einen langen Flug, führte uns ein kurzer Spaziergang durch meinen Stadtteil noch zum Abendessen in ein Restaurant der Kette 'Crepes y Waffles'.
Nach einer kurzen Nacht (Jetlag) besuchten wir den botanischen Garten, eine Insel in der Großstadt, mit anschließendem Mittagessen im 'Sopas y Postres'. Bevor wir uns dann das neu eröffnete Smaragd Museum ansahen, wurde noch ein Berg von exotischen Früchten zum Kennenlernen gekauft (einen Großteil davon kennt man in Deutschland sicher auch, wenngleich in einer anderen Qualität). Das Smaragd Museum war dann das Highlight des Tages. Aus 'La Candelaria', der Name des Stadtteils, fuhren wir dann mit dem Transmilenio zum Abendessen ins Restaurant 'Cordoba'.
Auch die zweite Nacht war nicht die längste. Am darauffolgenden Morgen besuchten wir den historischen Stadtteil 'Usaquen'. Usaquen war früher eine eigenständige Siedlung, welche durch das stetige Wachsen Bogotas einfach einverleibt wurde. Hier wurde auch gleich im 'Tinaja y Tizon' gespeist. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder in La Candelaria, diesmal ging es ins hochgeprießene Gold Museum. Das dritte und letzte Museum war das Tequila Museum, welches wir für den Abend reserviert hatten. Am letzten Tag vor der Reise durch Kolumbien sahen wir uns noch mein Büro an. Und selbstverständlich durfte auch der Blick vom Montserrate auf die Stadt nicht fehlen. Abends hieß es dann: "Packen für die nächsten 2 Wochen."

Freitag morgens startete der Flieger (typisch kolumbianisch etwas unpünktlich) in Richtung Medellin. Von da aus sollte es nach Nuqui, an die Pazifikküste, weitergehen. Bereits über dem Rollfeld in Nuqui starteten wir aber durch und kehrten um, da zum Landen zu schlechtes Wetter vorherrschte. Nach einer Übernachtung in Medellin, der Geburtsstadt Boteros, fuhren wir am darauffolgenden Morgen nach Santa Fe de Antioquia. In diesem kolonialen Städtchen waren wir in einem sehr angenehmen Hotel untergebracht und konnten hier bei Spaziergängen das kolumbianische Leben in einer Kleinstadt zum ersten Mal aus der Nähe sehen. Die Hängebrücke 'Puente de Occidente' spannt sich über den Rio Cauco und wurde von uns gleich nach der Ankunft in Santa Fe de Antioquia besucht. Hier gab es auch den ersten frisch gepressten Saft aus Zuckerrohr.

Aus dem Department Antioquia fuhren wir in die sogenannte Kaffeezone. Hier wird der meiste Kaffee Kolumbiens angebaut. Von Sonntag bis Mittwoch entspannten wir in einer Finca mit eigenem Kaffee Anbau. Von dieser Finca starteten auch unsere täglichen Ausflüge. Guadua ist der 'kolumbianische Bambus'. Dessen Anbau und Verwendung sahen wir uns am ersten Morgen an. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen ging es dann im Jeep durch teilweise recht unwegsames Gelände in zwei nahegelegene Dörfer. Nachdem uns die Gastgeber ihre gesamte Finca zeigten, erfuhren wir dann am Folgetag am eigenen Leib, was es heißt im Kaffeeanbau tätig zu sein. Den Abschluss in der Kaffeezone bildete ein Ausflug in den Botanischen Garten (hier konnte man Chigüiros in freier Wildbahn beobachten) und ins anliegende Schmetterlingshaus. Mittwoch brachen wir auf und fuhren über den Andenpass 'La Linea' in Richtung San Augustin. Manch einer sagt scherzhaft 'La Linea' wurde aufgrund der nie enden Autoschlange entlang der Straße benannt. Erster Stop auf dem Weg war Neiva, die Hauptstadt des Departments Huila. Von hier fuhren wir in die Tatacoa Wüste. Allein diese schnelllebige Wüste in Mitten Kolumbiens war die lange Fahrt, aus der Kaffeezone bis hierher, auf jeden Fall wert. Bevor es zu Bett ging dinierten wir nach einem Thermalbad bei einem ansässigen Spanier.

Am nächsten Morgen fuhren wir entlang des Rio Magdalena, dem größten Strom Kolumbiens, nach San Augustin. Angekommen ließen wir uns vom einheimischen Reiseleiter durch die Ortschaft führen. Einen sehr beeindruckenden Ausflug hatten wir dann am Tag nach unserer Ankunft. Wir fuhren in den 'Parque Arqueológico'. Die Kulturen, welche die dort befindlichen Grabstätten angelegt haben, sind noch heute relativ unbekannt. Umso beeindruckender ist die Tatsache, wie man zu damaliger Zeit eine solche Leistung verbringen konnte. Ein zweiter Trip in San Augustin führte uns nahe an die Quelle des Rio Magdalena. Von einem sehr verstecktem Aussichtspunkt hatten wir einen hervorragenden Blick auf das Flusstal und die seitlich in den Fluss stürzenden Wasserfälle.

Abschluss der Rundreise war die Karibik. Hier landeten wir in Cartagena, der wohl schönsten Stadt der Karibik. Kaum gelandet schwammen wir auch schon im Wasser. Später, nach einer Führung durch die wunderschöne Altstadt beendeten wir den Tag mit einem Rundgang auf der Stadtmauer. Von hier hörte man die typische Musik von der Stadtseite und das Rauschen des warmen Wassers auf der Meeresseite. Die Rosario Inseln waren dann Ziel des zweiten Tages. Ein Schnellboot brachte uns in knapp 40 Minuten auf eine der 28 kleinen Inseln. Hier verbrachten wir den Tag. Highlight war eindeutig das Korallenschnorcheln. Leider konnten wir diese Unterwassereindrücke nicht auf Fotos festhalten. Eine atemberaubende Landschaft bot sich nur wenige Meter unter der Meeresoberfläche. In einer kleinen Gruppe tauchten wir knapp eine Stunde um eine Insel herum. Am Nachmittag besuchten wir abschließend einen Unterwasserzoo mit einigen Shows. Etwas geschafft nach diesem Ganztagsausflug bereiteten wir uns im Café del Mar auf den folgenden Tag vor. Es sollte Nach Taganga, einem Fischerdorf in der Nähe von Santa Marta, gehen.

Der letzte Tag der Reise: Taganga. Anders als Cartagena leben hier noch viele Menschen allein vom Fischfang. Der Tourismus ist noch lang nicht so ausgeprägt wie in anderen Küstenstädten. Auch hier ging es gleich nach der Ankunft ins Wasser. Diesmal war auch Vanessa mit dabei. Zu viert haben wir uns dann das Städtchen angesehen und waren abends am Meer etwas trinken. Ein leichter Nieselregen begleitete uns am zweiten Tag auf dem Weg in den 'Parque Tayrona'. Dieser zieht sich entlang entlang des karibischen Meeres und bietet so fast alles, was man sich von einem Erholungsurlaub erhofft: Natur pur, eine beeindruckende Küstenlinie mit einem noch eindrucksvollerem Meer, viele freilaufende Tierarten, abgelegene Häuschen zum übernachten, absolut menschenleere Strände, ... damit verweise ich auf die Bilder.

Damit war der Urlaub fast beendet. Nun flogen wir zu viert zurück nach Bogota und genossen die letzten zwei Tage zusammen, bis es dann für meine Eltern wieder nach Hause ging.

Freitag, 7. November 2008

Villavicencio Plus


Und hier noch einmal ein Chigüiro in Bewegung. Tomando un baño!

Donnerstag, 6. November 2008

Villavicencio

Ich habe aufgehört die langen Wochenenden zu zählen. Und die Feiertage im Land sind bei Weitem noch nicht aufgebraucht. So fuhren wir die ersten Novembertage nach Villavicencio. Diese mittelgroße Stadt liegt in 'los Llanos', westlich der Anden im Nordwesten Südamerikas. Los Llanos bedeutet: die Ebenen. Das Flachland ist sehr dünn besiedelt und somit ideales Versteck für die Guerrilla.

Auf der Hinfahrt hatten wir das Glück einem sehr redseligen Busfahrer in der Fahrerkabine zu begleiten. Dieser faehrt die Strecke nun bereits seit 14 Jahren. Das hieß 3 1/2 Stunden Reiseleitung vom Feinsten. Wir erfuhren einfach alles, von Indianerpfaden in den angrenzenden Bergen über Erdbeben bis zu Erdrutschen mit verschütteten Bussen. Äußerst interessant.

Angekommen in Villavicencio erwartete uns sehr durchwachsenes Wetter, wobei der monsunartige Regen nur Nachts gegenwärtig war. Unsere Unterkunft war eine Art Ökofarm außerhalb der Stadt.
Mit großer Enttäuschung haben wir uns am ersten Abend die Stadt angesehen. Armut soweit das Auge reicht. Die Stadt ist wahrlich kein Touristenmagnet. Ganz im Gegenteil die umliegende Landschaft... Natur pur! Das heißt natürlich gibt es auch hier ein wenig Wirtschaft und Industrie. Sichtbar wird das an den leeren Flüssen, aus denen das Wasser abgezweigt wird und an den Feuer der Bohrtürme, die man weit am Horizont verstreut erkennen kann.


Im örtlichen Zoo haben wir dann auch endlich Chigüiros gesehen, welche in dieser Region beheimatet sind. Wenn Eltern mit ihren Kindern an diesem Gehege vorbei kamen, hörte man nur allzu oft folgende Worte: 'carne deliciosa'. Ein Fotoalbum zum Ausflug gibt es unter dem Namen Villavicencio.

der Reisetip:
  • Die Bustickets für die Rückfahrt bereits am Anfang der Reise kaufen!!!

Dienstag, 14. Oktober 2008

Barichara

...ist, ähnlich wie Villa de Leyva, ein kleines gemütliches Plätzchen zum erholen. Allerdings weit weniger von Touristen besucht. Man muss Glück haben hier ein Auto auf den Straßen zu sehen. Zugegeben, die Straßen sind nicht wirklich für den Verkehr geeignet. Diese Tatsache und die herrliche umliegende Landschaft machen es daher zu einem perfektem Reiseziel für ein Entspannungswochenende.

Unsere Unternehmungen waren eine ausgedehnte Wanderung in Sandalen und ein Ausflug nach San Gil (siehe Photoalben Barichara und San Gil).

der Reisetip:
  • sich vor dem Kauf von Bustickets für Überlandfahrten den Bus ansehen!

Sonntag, 21. September 2008

Bogotá bei Nacht

Anbei ein paar Bilder der Stadt bei Nacht im Album "Bogotá at Night". (gefühlte Temperatur während der Aufnahme: 0°C)
Die Fotos zeigen nur den Süden der Stadt (die Spitze des Eisbergs).

Montag, 25. August 2008

Alimentarte

Es ist schon eine Weile her als wir das "Food Festival" Alimentarte hier in Bogota besucht haben. An 2 Wochenenden wurde hier internationales Essen (Woche 1) und nationales Essen (Woche 2) in einem sehr geräumigen Park angeboten. Dazu gibt es auch ein paar Bilder rechts...

der Reisetip:
  • einheimisches Essen!!!

Mittwoch, 13. August 2008

Villa de Leyva

Villa de Leyva
...sicher gab es größere Romantiker vor meiner Zeit. Aber auch mich hat das Städtchen mit all seinem Charme gewonnen. Villa de Leyva liegt ca. 100km nördlich von Bogotá und ist sehr gut in 2 bis 3 Stunden mit Überlandbussen zu erreichen. Es ist längst kein Geheimtipp unter Reisenden mehr aber dennoch weit entfernt vom Massentourismus.

Letztes Wochenende nutzten wir also um auch diese Oase kennen zu lernen. Freitag Abend fuhren wir vom Terminal in Bogotá ab in Richtung Tunja, der Hauptstadt Boyacás (Von diesem Bus - Terminal erreicht man nahezu jede Stadt in Kolumbien). Von Tunja aus ging es dann nach Villa de Leyva. Wir kamen gegen 11 p.m. an der Unterkunft, eine Art Finca 20 Minuten zu Fuß von der Stadt entfernt, an.

zu unseren Tätigkeiten:

Samstag...
  • Stadtbummel
  • Besuch einer fossilen Ausgrabungsstätte
  • Drachensteigen in der Wüste
  • nächtlicher Reitausflug in eine Steppe

Sonntag...
  • Besuch des örtlichen Obst - und Gemüsemarktes
  • Wanderung entlang eines Flusses mit 7 aufeinander folgenden Wasserfällen
Abschließend bleibt mir nur noch der Kommentar eines Einwohners Villa de Leyvas (übersetzt):
"Auch wenn in 7000 Jahren Auserirdische Villa de Leyva erkunden, würden sie haargenau das gleiche romantische Städtchen in Mitten von Kolumbien antreffen. Mit den gleichen weißen Häusern, grünen Fenstern und Türen und einzigartigem Charachter."


Der Reisetip:
  • In Überlandbussen darauf achten, dass Plaketten die Türen während der Fahrt versiegeln. Andernfalls halten die Busse unentwegt an, um Pendler aufzufangen. Was dazu führt, dass aus einem Bus für 40 Passagiere schnell ein Bus für 80 Passagiere wird.

Sonntag, 20. Juli 2008

Cartagena

Bei 10 Grad und Nieselregen in Bogota entschieden wir uns kurzfristig einen Ausflug an die Küste zu unternehmen. Gelandet sind wir dann am Donnerstagabend bei 31 Grad in Cartagena. Den gleichen Abend ging es auf die Stadtmauer , welche seinerzeit von den Spaniern zum Schutz der Stadt errichtet wurde und heute zum Feiern genutzt wird (Cafe del Mar).
Freitag haben wir dann den kompletten Tag am Strand verlebt. Wer Entspannung sucht, sollte sich allerdings einen anderen Ort suchen. Die Stadt lebt vom Tourismus. Daran wird man mindestens aller 20 Minuten höflich aber stetig in Form von Verkäufern, Sängern, Künstlern und 'sonstigen Dienstleisterinnen' errinnert. Am gleichen Tag brachte eine halbe Stunde Jetski Muskelkater für 3 Tage. Man ist etwas aus der Übung.
Der Samstag war Ausflugstag. Nach 3 Stunden Schlaf fuhren wir mit einem Schnellbot zu den Islas del Rosario. Dieses Fleckchen Erde ist atemberaubend. Die schönsten Bilder existieren allerdings nur in der Errinerung. Highlight war eindeutig das Korallentauchen. In seichtem und 27 Grad warmen Wasser hinter den buntesten Fischen her zu schnorcheln ist einmalig. Wenn man sich aber überlegt, dass 15 Boote pro Tag Touristen zu diesen Tauchgängen führen und jeder einmal eine Koralle anfassen will, trübt das ein wenig die Begeisterung. Nach weiteren Events auf diesen Inseln sind wir am Abend auf den Altmarkt und anschließend wieder ins Cafe del Mar eingezogen.
Am Abreisetag sind wir dann nach Barranquilla (Shakiras Geburtsstadt) aufgebrochen. Unterwegs hielten wir bei einer Finca eines Freundes, bei einem Vulkan und bei einer Geschwindigkeitskontrolle. In der Finca wurde gegessen und im Vulkan konnte man im Krater ein Schlammbad nehmen. Soll wohl sehr gesund sein, bezeugen kann ich das allerdings nicht (siehe Album Cartagena). Bei der Polizeikontrolle waren wir die zweiten, die gestoppt wurden. Der Fahrer vor uns war wohl sehr gereizt und ungehalten der Polizei gegenüber. Dieser zahlte am Ende auch das 5! fache für das gleiche Vergehen.

Dieses Wochenende bin ich dann auch einmal mit auf die Straße 'demonstrieren' gegangen. Dieser Marsch war längst nicht so groß, wie der Anfang des Jahres im August. Und die Grundidee der Kundgebung richtete sich weniger gegen die FARC als vielmehr für Frieden und Freiheit in Kolumbien. Bilder folgen.

der Reisetip:
  • zum Hüter von Recht und Ordnung immer FREUNDLICH sein. Man schneidet sich nur ins eigene Fleisch.

Sonntag, 6. Juli 2008

Botanischer Garten

An dieser Stelle nur der Hinweis auf das Fotoalbum 'Botanischer Garten'. Dieser war das heutige Ziel unseres Sonntagsausflugs. Der Kräutergarten hinterließ mit dem folgenden Bild den lustigsten Eindruck. (Schild lesen!)

Samstag, 5. Juli 2008

La Mesa

Bevor ich letzte Woche nach Deutschland reiste, um die Hochzeit meiner Cousine zu feiern, fuhren wir das Wochenende nach La Mesa. Wieder einmal stand hier ein Ferienhaus einer Freundin frei, welches genutzt werden wollte. Das BBQ wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter eines noblen argentinischen Restaurants aus Bogota zubereitet. Die meiste Zeit wurde getanzt, gefeiert und gegessen, was nur wenig Zeit zum entspannen lies. Zu einem kleinen Ausflug ins Stadt-/Dorfzentrum reichte es aber doch noch.
Highlight der vergangenden Woche war zweifellos die Befreiung von 15 Geiseln aus den Händen der FARC, darunter auch Ingrid Betancourt. An dieser Nachricht kam man auch außerhalb Südamerikas nicht vorbei. Filmreif war dabei die Vorgehensweise der Befreier.

der Reisetip:
  • Bei jeder noch so kleinen Reise außerhalb der Stadt sollte man immer seinen Ausweis dabei haben. Aller gefühlten 10 Minuten steht Polizei oder Militär und sichert so die Strecken. Ab und an wird man dann angehalten und sollte sich ausweisen können.

Dienstag, 3. Juni 2008

Melgar


Wieder ist ein langes Wochenende vorrüber. Der geplanten Hochzeit konnte ich leider nicht bewohnen und ein kurzfristig geplanter Ausflug nach Manizales und Armenia musste wetterbedingt verschoben werden. Die Straße nach Armenia war aufgrund von Steinschlägen völlig unbefahrbar. Option Nummer 3 war der Besuch der Finca eines Arbeitskollegen zwei Stunden von Bogotá entfernt. Die Farm liegt nahe Melgar, einer kleinen Stadt, die der Zufluchtsort aller in der Nähe wohnenden Columbianern ist. Hier scheint, im Gegensatz zu Bogotá, immer die Sonne und man steht morgens um 7 Uhr bereits bei 28°C auf. Das heißt man muss natürlich auch viel trinken ;)

Tagsüber bleibt einem nur die Siesta, für alles andere ist es eindeutig zu warm. Das hat natürlich den Vorteil, dass man am Abend länger durchhält.Bereits 2 Wochen zuvor feierte Melina, eine Mitarbeiterin, gebührend ihren Geburtstag. Freitag: Club, Samstag: Familienfeier. Zu Freitag: Die Clubs und Diskotheken schießen in der Regel um 3 Uhr die Türen, was zur Folge hat, dass man frühzeitig erscheinen sollte und sich anschließend immer noch bei jemandem trifft. Das wiederum hat zur Folge, dass man am nächsten Tag zur Familienfeier nicht besonders fit ist. Aber das kennt man ja.
der Reisetip:
  • wie gesagt, bei Hitze viel trinken!

Samstag, 24. Mai 2008

Fuerte temblor

Eben zurück vom Mittagessen möchte ich jetzt mal das Erlebnis eines Erdbebens schildern. (Zugegeben, ich habe mir hier angewöhnt etwas später zu speisen.)

Ich lief also über einen mit roten Steinen gepflasterten Platz. Es regnete leicht. Um diese Zeit ist in der Regel nicht viel Betrieb auf den Straßen. Mit den Gedanken schon beim Mittagessen, es sollte Ajiaco geben, senkte ich kurz meinen Kopf, als meine Beine für eine Sekunde butterweich wurden. In diesem Augenblick konnte ich meine Laufrichtung nicht mehr beeinflussen. Die Fugen zwischen den Steinen am Boden waren total verschwommen. Ich hatte keine Ahnung was hier geschah. Dieses weiche aber verdammt mächtige Gefühl durchdrang den ganzen Körper. Wie benommen blickte ich auf und stand plötzlich in einer anderen Richtung. Ich sah alle Leute aus ihren Häusern laufen. Soviel Menschen sieht man sonst nur wochentags zur Hauptverkehrszeit. Als ich das Restaurant betrat, wackelten noch die Lampen.

Anschließend beim Essen habe ich mich dann mit ein paar Leuten über das Geschehene unterhalten. Währenddessen liefen Berichte über das Ausmaß des Bebens in den Nachrichten (5,5 auf der Richterskala). Unter anderem wurden beschädigte Gebäude aufgezeigt. Nun war ich etwas weiter von meiner Wohnung entfernt und wusste nicht, wie es in meinem Stadtteil aussah. Zudem habe ich am Morgen erst mein Sofa bekommen! Auf dem Weg nach Hause waren wir noch einkaufen und sahen, wie die Verkäufer die Lebensmittel zwischen den Regalen aufwischten. Zu Hause angekommen haben zwar alle das Beben gespürt, aber mein Haus hat keine Risse und die Gläser standen auch noch im Schrank...

Das Foto meines Sofas als Beweis, dass meine Wohnung noch steht.



der Reisetip:

Mittwoch, 7. Mai 2008

Bucaramanga

Auf der Abschiedsfeier eines Kollegen letzte Woche haben wir uns kurzerhand für einen Ausflug nach Bucaramanga entschlossen. Die Bilder im gleichnamigen Album sprechen für sich...

Dank einer Hochzeit werde ich dann Ende des Monats auch einmal die Insel San Andres erleben. Bis dahin werden wir die Zeit im gerade nicht sehr sonnigen Bogotá verbringen.

der Reisetip:
  • wenn hier in Kolumbien 2 Feiertage auf einen Wochentag (oder Samstag) fallen, wird der 2. Feiertag auf den nächsten Montag verlegt... wäre ja noch schöner. So geschehen am 1. Mai (Männertag und Himmelfahrt), d.h.
    • Donnerstag frei
    • Freitag Brückentag
    • Sa, So
    • Montag frei

Sonntag, 30. März 2008

Heimatbesuch

Gezwungenermaßen werde ich die 15. KW in Deutschland verweilen. Letzte Möglichkeit also, um Souvenir - Wünsche zu äußern (weißer Kaffee ausgeschlossen!). Ein bisschen freue ich mich auch auf die Reise.

Pünktlich zu Beginn der Osterferien zwang mich ein Virus zum Nichtstun. Das Tier war schlimmer als Montezumas Rache, aber ich habe es besiegt... meine kleine Auferstehung!

der Reisetipp:
  • die drei wichtigsten (einzigen) öffentlichen Verkehrsmittel:
    • Transmilenio (einzige organisierte Buslinie)
    • Taxis
    • kleine Busse
Diese Reihenfolge entspricht auch der Sicherheitslage in den Fahrzeugen. All unsere Mitarbeiter meiden die kleinen Busse. "Darin bieten sich zu viele Leute an, die deine Sachen tragen wollen." Mir ist in den Bussen noch nichts passiert, und den Fahrspaß kann einem auch keiner mehr nehmen.

Sonntag, 9. März 2008

Hamaca

Das Säbelwetzen hat ein Ende und die Fronten glätten sich. Venezuela, Ecuador und CO haben ihre Chancen richtig eingeschätzt. Soweit ich weiß, kam es zu keinerlei Auseinandersetzung.
Seit diesem Wochenende bin ich stolzer Besitzer eines kleinen Appartements inmitten der Stadt... und von meinen Mitarbeitern gab es heute eine Hängematte! Wer mich kennt weiß, dass meine Freude darüber grenzenlos ist. Ich werd sie noch diese Woche neben dem Kamin hängen.
Bald ist Ostern und hier im katholischen Kolumbien wird das ausgiebig mit Feiertagen belohnt. Diese Zeit werde ich mit ein paar Kollegen durch das Land reisen.

der Reisetip:
  • Das (Party - ) Wochenende geht hier von Mittwoch bis Samstag. Sonntag besuchen dann viele Städter ihre Familien auf dem Land. An diesem Tag ist die Stadt (ca. 8 Mio. Einwohner) leer!

Sonntag, 2. März 2008

Machtspiele

Aus gegebenem Anlass gibt es heute keinen Reisetipp, sondern nur zwei Verweise zum Highlight der vergangenen Woche.
  1. www.kolumbien-blog.com
  2. www.tagesschau.de
Beim Einmarsch venezolanischer Truppen muss ich dann wenigstens, neben Spanisch, keine zusätzliche Sprache lernen...

Abgesehen davon geht das Leben natürlich weiter. Morgen bekomme ich endlich meine eigene Wohnung (nach 9 Wochen in 4 Hotels). Wobei mir dann keiner mehr meine gewaschenen und gebügelten Sachen einschweißt.

Montag, 18. Februar 2008

Millonarios

Vorab vielen Dank für die Grüße, die mich immer wieder erreichen!
Heut möchte ich einmal auf den Missstand der Luftverschmutzung hinweisen. Hervorgerufen wird diese hauptsächlich durch PKW. Der Benzin ist sehr schwefelhaltig und kaum ein Auto fährt mit KAT. Zur Rush Hour ist die Luft in den Straßen blau! Gegen dieses Problem hat die Regierung folgendes Gesetz erlassen:
  • Mo, Mi, Fr dürfen alle Autos mit geraden Nummernschildern fahren und
  • Di, Do, Sa dürfen alle Autos mit ungeraden Nummernschildern fahren,
was einzig dazu führte, dass ein Großteil der Bevölkerung jetzt zwei Autos besitzt.
Vergangenes Wochenende sollte ich einen Luftbildflug begleiten, dieser wurde aber wegen schlechtem Wetter verlegt...
Nun noch ein paar Worte zum Highlight des letzten Wochenendes. Wir besuchten mit ein paar Kollegen das Erstligaspiel Millonarios gegen Equidad Seguros. Zweitgenannte war der Underdog und ging verdient früh in Führung. Bei diesem Derby mit rund 18000 Zuschauern vergaß der Schiri nach der Halbzeit seine Neutralität und vergab 4 Platzverweise gegen Seguros, verwies derren Trainer auf die Ränge und gab beim Spielstand von 1:1 in der 92. Minute einen mehr als fragwürdigen Strafstoß für die Millonarios. Bilder kann ich wegen schmaler Internetverbindung leider noch nicht anbieten. Ich werde das Geschehen weiter verfolgen.

der Reisetipp:
  • zweimal täglich ändert sich abrupt die Fahrtrichtung auf den Hauptstraßen. Vormittags gehts stadteinwärts nachmittags stadtauswärts... also aufpassen!

Samstag, 2. Februar 2008

noch kein Appartement

All denen, die meinen ein Jahr wäre zu lang, sei gesagt: ein Zwölftel ist rum!
Heute Morgen hat mich mein Hotelpage bereits mit den Worten: "Guten Morgen Herr Schuster, wie geht es Ihnen?" begrüßt. Was mich freute, aber auch nachdenklich stimmte. Schließlich hatte ich mein Appartement fast sicher, als sich der Vermieter anders entschied. Nun bin ich eine weitere Woche im Hotel... Zum Glück hab ich noch keine Möbel gekauft.
Nächsten Montag ist ein Demonstrationstag gegen die FARC. Alle tragen an diesem Tag weiße Kleider. An jeder Straßenecke konnte man diese Woche also schöne weiße T-Shirts kaufen. Der letzte große Anschlag auf die Zivilbevölkerung liegt ca. 3 Jahren zurück.
der Reisetip:
  • Weiße Taxis sind sicherer, seltener und teurer als gelbe Taxis. Wer spontan (ohne Reservierung) ein gelbes Taxi nimmt, sollte auf ein Taxi warten, aus dem ein zufiedener, bezahlender Fahrgast aussteigt.

Samstag, 19. Januar 2008

Montserrat



Wochenende... heut lockte uns das Wetter auf den Cerro Montserrat (3200m). Dabei gabs gleich für alle Beteiligten einen kleinen Sonnenbrand. Ein ausgedehnter Stadtbummel und ein Besuch im Hard Rock Café Bogotá ließen den Tag ausklingen...hervorragend.
An dieser Stelle möchte ich eine kleine Liste mit Reisetips anlegen. Zum Start gleich zwei Hinweise:
  • Wer am Ende eines Ausflugstages das Dateiformat der Bilder auf seiner Digitalkamera ändern möchte, macht das nicht mit der Taste FORMAT! (nicht mir passiert)
  • Ein 'One Million Dollar Cruise' ist eine Taxifahrt. Dabei steigen, z.B. in einem Stau, zwei Leute links und rechts neben dir ein und besuchen mit dir ein paar Geldautomaten. Um das zu verhindern: immer die Taxitüren verriegeln.
Gruß Boa...

Dienstag, 15. Januar 2008

da bin ich


Der erste Beitrag aus Bogotá... und ich bin maßlos begeistert! So hab ich mir das, nicht zuletzt dank vieler Panikmeldungen, absolut nicht vorgestellt. Morgens um 7 Uhr wird bei 18°C im Freien mit Blick auf die Anden und lecker Kaffee gefrühstückt. Das Foto zeigt den Weg meines Arbeitsweges. In den Bergen wohnt leider der besitzarme und auch größere Teil der Bevölkerung. Trotz der hervoragenden Sicht von da auf die Stadt sollte man sich der Gefahr eines Überfalls bewusst sein. Ich denke spätestens nächste Woche gibt es aber auch von dort Fotos... Achso, das Wasser im Abfluss fließt wirklich anders herum. Spannend sind auch die Taxifahrten. Gleich am ersten Arbeitstag hab ich im Hotel etwas vergessen und wollte den Weg nicht laufen, bin also mit dem Taxi gefahren. Knapp die Hälfte der Autos sind Taxis, d.h. die kennen die Stadt perfekt und fahren dementsprechend. Bei dieser Verfolgungsjagd ist mir auch die Belanglosigkeit roter Ampeln in Bogotá bewusst geworden. Morgen werde ich mir meine zukünftige Wohnung ansehen. Für mich ist Kolumbien ein Brutto = Netto Land. Somit werde ich beim Kauf meiner Möbel auch nicht besonders zurückhaltend agieren. Eine Putzfrau, die selbst in den kleinsten Haushalten üblich ist, habe ich mir noch nicht zugelegt... aber was nicht ist... Selbstverständlich aßen wir (Mitarbeiter) gleich am ersten Tag Salat und frisches Obst... und mein Magen hat es vertragen. Nachdem ich hier die ersten Früchte und Säfte verspeist habe, werde ich sicher in Deutschland nur noch einheimische Kulturen zu mir nehmen. Bleibt mir zuletzt nur noch auf die Freundlichkeit der Kolumbianer und meiner Mitarbeiter hinzuweisen, welche mir in den ersten Tagen hilfreich unter die Arme greifen. Bis auf Weiteres... Boa

Mittwoch, 9. Januar 2008

BBQ


Abends sind hier in Kansas City alle guten Restaurants voll. Das Warten auf einen Tisch lohnt sich allerdings! Vergleichbares Sushi und BBQ sucht man in Deutschland vergebens. Und überhaupt ist Amerika viel schöner und besser!

Dienstag, 8. Januar 2008

Westin Hotels & Resorts



Start war am 06.01. in Amsterdam. New York und Cincinnati waren Zwischenstationen. Am Tag nach meiner Ankunft kam dann auch mein Gepäck in Kansas City (MO) an. Die erste Woche besuchen wir (Mitarbeiter) einen Workshop und wohnen bis dahin im Westin. Ein traumhaftes Hotel... abends gehts dann in die Stadt... Amerika, wie man es aus dem Fernsehen kennt...

Kansas City

Hallo, im Folgenden findet ihr in unregelmäßigen Abständen kleine Berichte über meinen Aufenthalt in Bogotá... Boa